Rare Idylle unter besonderem Schutz
Am Noplerberg findet man seltene Tier- und Pflanzenarten. Jetzt soll das Stoober Biri unter Landschaftsschutz gestellt werden.
Wer ein Liebhaber alter Obstsorten ist, der sucht nach Früchten wie "Honigbirnen", "Mirabellen" oder "Zwiebel-Äpfel" oft vergebens. Im mittelburgenländischen Stoob gibt es jedoch ein Paradies, in dem man solche süßen Früchte noch findet. Der 100 Hektar große Stoober Noplerberg - besser bekannt unter dem Namen "Biri" - bietet eine burgenlandweit einzigartig hohe Dichte an zusammenhängenden Streuobstwiesen und gemähten Wiesenflächen. Aus diesem Grund soll das Biri nun zum Landschaftsschutzgebiet ernannt werden, wie Agrar-Landesrat Werner Falb-Meixner erklärt.
"Aus Sicht des Landschaftsschutzes ist diese reizvolle, durch traditionelle landwirtschaftliche Bewirtschaftungsformen entstandene, Strukturierung des Noplerberges von besonderer Bedeutung. Ausgedehnte Streuobstwiesenbestände sind durch natürliche Begrenzungen wie etwa Raine, Feldwege, Hecken, Feldgehölze und prächtige Solitärbäume wie Edelkastanien und Eichen unterteilt", sagt Falb-Meixner.
200 Jahre alt
Einer, der sich schon seit Jahren für den Erhalt und die Bewirtschaftung des Biris einsetzt, ist Josef Stibi, Obmann des örtlichen Obstbauvereins. "Die Obstbäume im Biri sind 150 bis 200 Jahre alt. Da gibt es sogar so alte Obstsorten, die gar nicht mehr zugeordnet werden können."
Aber auch die Hangterrassen bieten seltenen Vogelarten ein Zuhause. So wohnt etwa die sehr seltene Waldohreule am Noplerberg.
Die einzelnen Grundstücke im Biri sind zwischen 300 und 1700 m² groß und werden von den Besitzern gepflegt. Das Gras wird von drei, vier Bauern gemäht. "Weil bei uns keine Pestizide zum Einsatz kommen, ist das Heu sehr begehrt - vor allem bei Pferdezüchtern", weiß Stibi.
Im März soll es einen Workshop geben, der die fachmännische Pflege des Gebietes zum Inhalt hat. "Wir überlegen auch, einen Obstlehrpfad und einen Schulgarten zu machen, in dem alte Obstsorten veredelt und weitergepflanzt werden", sagt Stibi. Auch ein der Natur angepasster, nicht asphaltierter Ausbau des Wegenetzes sowie ein Ausbau vorhandener Hohlwege als Wanderwege wird angedacht.
http://kurier.at/nachrichten/burgenland/1982553.php